Academy und seine Mitgliedsvereine
- Details
- Kategorie: Verein
- Veröffentlicht am Samstag, 19 Februar 2011 23:12
- Geschrieben von Pangea
- Zugriffe: 1681
Bildungsförderung plus Integration - das Erfolgsmodell
Viele der türkischen „Gastarbeiter”, die seit den 1960er Jahren als Arbeitnehmer für gering qualifizierte Tätigkeiten angeworben wurden, fanden mit ihren Familien eine neue Heimat in Deutschland. Eine zweite und dritte Generation wuchs heran und besuchte deutsche Schulen.
Viele dieser Schüler erlangten hier ein Bildungniveau, das jenes ihrer Eltern und Großeltern oft erheblich übertraf. Sie besitzen zwar einen deutschen Paß, doch Deutschland akzeptierte seine neuen Mitbürger mit „Migrationshintergrund” nur halbherzig. Diese fühlten sich in der alten Heimat nicht mehr türkisch und in der neuen noch nicht deutsch genug – hatten jedoch den Wunsch, mit der einheimisch-deutschen Bevölkerung näher in Kontakt zu treten und sich in die Gesellschaft einzugliedern, ohne aber ihre eigene Kultur und Herkunft zu leugnen oder aufzugeben.
In den Medien wurde über mangelnde Chancengleichheit in den Schulen und Ausbildungsstätten, türkische Eltern mit fehlenden oder nur geringen Deutschkenntnissen, Schwierigkeiten mit Behörden, Ausländerkriminalität, gefährlichen Islamismus und Tendenzen zur Absonderung und Ghettobildung berichtet. Änderungen dieser Entwicklung wünschen sich mehrheitlich alle Seiten – und zwar nicht nur partiell, sondern möglichst übergreifend.
Akademiker mit türkischen Wurzeln – überwiegend aus der zweiten und dritten Migrantengeneration, die in Deutschland aufgewachsen ist und ausgebildet wurde – setzten sich 2006 in Frankfurt am Main zusammen und beschlossen, statt sich weiter zu beklagen, selbst aktiv zu werden. Der geeignete Ansatzpunkt zur Problemlösung – mathematisch ein „gemeinsamer Nenner” – ergab sich nahezu von selbst: die „Förderung von Bildung”. Dem verbreiteten Vorwurf, die Betroffenen würden sich zu wenig selbst bemühen, sollte entgegengetreten werden. In der überregionalen Bildungsmisere verfügen Schüler deutscher und nichtdeutscher Herkunft über einen gemeinsamen Schnittpunkt. Von den angestrebten Bemühungen um eine bessere Bildung würden beide Seiten profitierten und über die Schüler wären ebenso ihre Eltern wie auch die deutsche Bevölkerung erreichbar.
Ausgangspunkt war die Feststellung, dass es bei der Integration weniger am guten Willen der Politiker mangelt, sondern eher an den zwischenmenschlichen Kontakten mit der deutschstämmigen Bevölkerung. Solche können nicht verordnet werden, sondern müssen „von innen heraus” entstehen und von beiden Seiten gewollt sein. Wissenschaftliche Schriften oder populäres Wehklagen halfen hier nicht weiter – man mußte „raus vor Ort” und „rein in die Bevölkerung”.
Dieser Aufgabe widmen sich zahlreiche Vereine, die sich – als gemeinnützig anerkannt – bevorzugt um die Probleme jener Schüler und ihren Eltern kümmern, deren Muttersprache eine andere ist als deutsch.
Das Konzept der Bildungsförderung und die gemeinsamen Ziele der Beteiligten führten schließlich zur Gründung des Bildungsvereins Academy, der 2007 im Frankfurter Vereinsregister eingetragen und dem 2009 die Gemeinnützigkeit zugesprochen wurde. In atemberaubender Geschwindigkeit entstand aus der hessischen „Academy”- Keimzelle mit Sitz in Frankfurt eine landes- und bundesweite Organisation mit rund 150 gemeinnützigen Mitgliedsvereinen in fast allen Bundesländern und Aktivitäten in ganz Europa.
Academy finanziert sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, ergänzt durch Einnahmen aus Projektförderung (EU und staatlich) in Forschung und Bildung, Verkauf von Bildungsmaterial, Schulungen, Zuwendungen von Sponsoren und Erfüllung von Bildungs-Dienstleistungen im geschäftlichen Teilbereich.



