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Regionalfinale der "Internationalen Türkisch-Olympiade" in Mannheim

Bei der "Internationalen Türkisch-Olympiade" gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal einen Wettbewerb mit dem Titel "Tradition auf Deutsch: getanzt, gesungen, geredet und geschrieben". Das Regionalfinale Rhein-Neckar findet am 19. Februar in Mannheim statt.

Organisiert das Regionalfinale der "Internationalen Türkisch-Olympiade": Fatih Yilmaz. Foto: Kunz

Fatih Yilmaz, Organisator und zweiter Vorsitzender des Türkisch-Deutschen Bildungsvereins, steht Rede und Antwort.

Herr Yilmaz, bei der "Deutsch-Türkischen Kulturolympiade" tragen Kinder und Jugendliche Gedichte von Goethe, Schiller oder Heine vor und singen Volkslieder wie "Hejo, spann den Wagen an". Darf es denn nicht mal ein Song von Xavier Naidoo sein?

Sicher, das wäre nicht schlecht. Vielleicht kann man das später einmal machen. Aber beim ersten Mal sollen es traditionelle deutsche Texte und Lieder sein. Dass die Schüler sich damit befassen, soll ein Zeichen setzen: Wir leben in diesem Land und möchten auch seine kulturellen Hintergründe kennen. Gerade über die Volkslieder und über die Gedichte lernt man viel über die Kultur und die Geschichte Deutschlands. Ich habe mir zur Vorbereitung eine CD mit den "80 besten Volksliedern" gekauft - und da ist mir eingefallen, dass ich diese Musik in der Schule zuletzt gehört habe. Und trotzdem kennt man vieles.

Das finden die Jugendlichen doch nicht cool?

Im ersten Moment nicht. Was wir machen, ist schon etwas anderes als "Deutschland sucht den Superstar" oder "Popstars". Aber es geht bei der Aktion auch nicht nur darum, etwas auswendig zu lernen. Es geht auch um Teamgeist und Spaß.

Kommen die Teilnehmer alle aus türkischen Familien?

Die meisten schon, aber das liegt daran, dass der deutschsprachige Teil des Wettbewerbs zum ersten Mal stattfindet. Die aktuelle "Internationale Türkisch-Olympiade", die den Rahmen dafür bietet, ist schon die neunte. Da präsentieren Teilnehmer aus 120 Nationen das Land, in dem sie leben, beim Finale in Ankara. Der Messestand, der über Deutschland informiert hat, ist dort als bester ausgezeichnet worden. Das ist ein Riesenevent, bei dem sehr viel kultureller Austausch stattfindet. Im vergangenen Jahr ist beschlossen worden, dass es diesmal einen eigenen deutschsprachigen Part gibt. Er soll dauerhaft ein Bestandteil des Wettbewerbs werden.

Wie läuft dieser neue Wettbewerb ab?

Im Moment haben wir 100 Anmeldungen aus der Rhein-Neckar-Region. Bei einem Vorentscheid am 6. Februar werden die besten fünf aus jeder Kategorie - "Liedvortrag", "Gedichtvortrag" und "Aufsatz" - ausgewählt. Die treten dann am 19. Februar beim Regionalfinale im Stadthaus N 1 gegeneinander an. Eine Jury aus Politikern und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, der Stadtbibliothek und des Nationaltheaters wählt die drei besten aus. Das Halbfinale findet in Paderborn statt, das Finale in Stuttgart.

Was interessiert Ihren Verein an dem Projekt?

Wir sind seit 1996 auf dem Bildungssektor tätig und fühlen uns der Erziehung und Ausbildung junger Menschen verbunden. Als kulturelle Organisation möchten wir auch das Miteinander mitgestalten. Man fühlt sich einfach gebundener, wenn man nicht nur wegen der Arbeit in einem Land lebt, sondern auch am kulturellen Leben teilnimmt. Ich benutze das Wort nicht so gerne, weil es sehr relativ ist, was man darunter versteht - aber ich denke, solche Projekte leisten einen sehr großen Beitrag zur Integration. Wir würden gerne einmal das Deutschland-Finale hierher holen. Das würde sehr gut in das Bild von Mannheim mit seinen aus 168 Nationen stammenden hier lebenden Menschen passen.

Info
Regionalfinale Rhein-Neckar am Samstag, 19. Februar, 17 Uhr, im Mannheimer Stadthaus N 1. (heß)

 

http://www.rheinneckarweb.de/regionales/top-thema/detail/datum/2011/02/01/regionalfinale-der-internationalen-tuerkisch-olympiade-in-mannheim/

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